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In unserer nunmehr 14 Jahre andauernden Tätigkeit in Beratung und Realisation digitaler und crossmedialer Projekte haben wir bei DMA eines erkannt: Der deutsche Mittelstand versteht sich zurecht als Motor unseres Wohlstandes. Nur ist man gerade hier im Begriff, die digitale Sicht- und Nutzbarmachung grandios zu verschlafen.

Habe ich Ihre Aufmerksamkeit? Gut, das war Sinn und Zweck dieser steilen These. Lassen Sie mich Ihnen kurz erläutern, warum wir zu dieser Erkenntnis gekommen sind. Seit gut zehn Jahren vermittelt man uns, dass der Schlüssel zu Erfolg und Wohlstand zukünftig in der Spezialisierung liegt. Dies hat dazu geführt, dass sich am Markt – und das ist ein branchenübergreifendes Phänomen – die Unternehmen Mühe gegeben haben, diese Erwartungshaltung zu bedienen.

Dies führt also dazu, dass wir nun einen mit Spezialisten überschwemmten Markt haben. Sie lösen perfekt eine Herausforderung in einem sehr spitzen Segment. Wenn man nun mehrfach in Runden mit mehreren Spezialisten gesessen hat, merkt man irgendwann, dass es wirklich schwierig wird, wenn man nun Anpacken will (man nennt das heute Hands-On-Mentalität). Plötzlich müssen hier Fäden zusammengeführt werden und es geht wirklich schnell, dass keiner der Anwesenden mehr die Verantwortung übernehmen möchte (hier sprechen wir dann von Fingerpointing). Wer muss denn nun was in welcher Reihenfolge tun, um eine funktionierende Lösung zu schaffen? Schnell merkt man, dass dieser Lösungswille nicht immer vorhanden ist.

95 % der Herausforderungen im Online-Umfeld sind keine Insel-Lösungen. Hier werden Kundenservices mit Online-Prozessen verzahnt und in crossmediale Kampagnen und Außenauftritte gebettet, um eine optimale Sichtbarkeit zu gewährleisten. In einem solchen Umfeld werden Spezialisten schnell überfordert, sind ihnen doch interdisziplinäre Themen längst nicht mehr vertraut.

Dies gilt auch für unsere deutsche Industrie, also die Unternehmen, die wir über solche Inhalte aufklären möchten. Da zieht man das beste Rohr der Welt für irgendein spezielles Kühlsystem und hat die Auftragsbücher für die nächsten 3 Jahre voll. Die IHK feiert uns dann als einen sogenannten Hidden Champion.

Hurra, das mit der Spezialisierung hat also funktioniert, oder? Sollen mal die anderen digitalisieren, wir haben da gar keine Zeit zu, richtig?

Nein!

Oder lassen Sie es mich anders schreiben:

NEIN!!!

Es herrscht in unserem Mittelstand oftmals die Auffassung, man müsse für Sichtbarmachung und Digitalisierung mindestens einen mittleren siebenstelligen Betrag in die Hand nehmen, irgendwas mit SAP oder künstlicher Intelligenz machen und seinen kompletten Laden ergebnisoffen sprichwörtlich auf Links drehen. Das scheint nun angesichts der oben genannten vollen Auftragsbücher völlig absurd und überflüssig. Also macht man gar nichts.

Und hier greift nun die Überschrift dieses Artikels: Digitalisierung ist nicht nur 1 oder 0! Weder sollten Sie es vermeiden, Teilprozesse Ihrer internen und externen Kommunikation digital zu optimieren, noch sollten Sie dem Irrglauben verfallen, Sie hätten einen angemessenen Markenauftritt nicht nötig. Sie haben eben nicht nur die Wahl zwischen 1 und 0. Vielmehr ist es entscheidend, Ihr Unternehmen rechtzeitig und Schritt für Schritt digital aufzustellen und medial besser zu platzieren.

Dies ist für mich als Namensstifter unserer Genossenschaft eine Kernaufgabe von visibleRuhr. Sichtbarkeit erzeugen und ein Verständnis für die Aufgabe – auch im Kleinen – schaffen. Wir sind gut beraten, das Versteckspiel unserer Hidden Champions zu beenden.

Die Digitalisierungswelle rollt. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass sie auch für unseren Mittelstand und Kleinunternehmen nicht zum Tsunami gerät. Ob Yacht oder Surfbrett: Die Welle rollt und es ist unsere gemeinsame Herausforderung, darauf zu gleiten.

Der Autor:
Stephan Brenk ist Geschäftsführer und Inhaber der DMA GmbH aus Dortmund. Seit über 14 Jahren berät er Konzerne, den Mittelstand, Stadtwerke und Kommunen im Bereich der medialen und digitalen Sichtbarkeit. Als Gründungsmitglied und Aufsichtsrat von visibleRuhr eG beschäftigt er sich länger mit Digitalisierung, als dieser Begriff existiert.


  Donnerstag, 08.11.2018
  15:30 bis 18:00 Uhr
  Wasserturm Heiliger Weg 60, 44135 Dortmund | Karte


Bildnachweis: Von Aaron Logan, CC BY 2.0Link